Das Dirndl Goes Around The World

Das Dirndl ist eine bayerische-österreichische Tradition, die noch immer lebendig ist und geschätzt wird. Allerdings unterliegen alle Kleider auch einem modischen Trend und das gilt ebenso für das klassische Dirndl, was sich gerade zum Oktoberfest zeigt. In diesen Feiertagen der bayerischen Lebensart kommen Menschen aus der ganzen Welt nach München und dies ist ein guter Zeitpunkt, um das Dirndl mal mit afrikanischen Waxprint-Stoffen zu kombinieren. Zwei Modelabels aus Berlin und München wagten diese originelle Idee, den traditionellen Dirndl-Schnitt mit afrikanischen Stoffkreationen zu realisieren. Das Ergebnis präsentierte die Kostümbildnerin Eveline Stösser unter dem Label D’ Urban Dirndl auf dem größten Volksfest, was die südafrikanischen Stadt Durban mit den Wörtern Urbanität und Dirndl verbindet. Sie hatte auf einer ihrer Afrikareisen erkannt, dass sich die afrikanische Mode gut mit der europäischen Vorstellung von Mode verbinden lassen.

Bayerischer Schnitt und afrikanischer Stoff

So kam ihr die Idee, die typischen Dirndlschnitt einem mit den bunten, lebendigen Stoff aus Afrika zu kombinieren, wodurch das D’Urban Dirndl entstand, welches von Hand gefertigt wird und nur in einer limitierten Auflage zur Verfügung steht. Ihre Kreationen sorgten für erhebliche Aufregung in der Modeszene um das Dirndl. Dabei eignen sich die Waxprint-Baumwollstoffe hervorragend für den bayerischen Klassiker, zumal die Motivwahl die blanke Lebensfreude ausstrahlt. Der Baumwollstoff macht die Dirndl auch an heißen Sommertagen oder in einem aufgeheizten Bierzelt angenehm zu tragen. Die Dirndl-Mode ist aber nicht aus dem Traditionsbewusstsein der bayerischen Frauen so populär, sondern vor allem, weil das auffällige Dekolleté und der weite Rock mit der schmalen Taille eine überaus feminine Figur zaubern. Dirndl sind trotz ihrer langen Tradition angenehm zu tragen und zeichnen die weibliche Figur besonders vorteilhaft nach.

Ein kameruner Geschwisterpaar setzt beim Dirndl neue Akzente
Die beiden Schwester Rahmée Wetterich und Marie Darouiche verbinden für ihr Label Noh Nee- Dirndl á l’Africaine die Waxprint-Stoffe aus ihrer Heimat Kamerun mit dem traditionellen Schnitt des Dirndls, wobei sie den bevorzugten Dirndl-Schnitt der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wählten. Allerdings sollte niemand einfach nur sehr bunte Dirndl erwarten, sondern bei der Kombination ging es um einen kreativen Austausch, der zu einem besonders hochwertigen Ergebnis führen sollte. Selbstverständlich sind alle Dirndl des Labels handgefertigte Unikate, die modern und weltoffen daher kommen. Dazu gehören auch die verspielten, exotisch angehauchten Accessoires wie Kaurischnecken oder bunte Pailletten.

Nicht jeder afrikanische Stoff eignet sich für Dirndl
Die Auswahl der Stoffe erfolgt von Hand. Sie müssen zum Haupttyp und zum Geschmack der europäischen Frauen passen. Die passenden Schürzen lassen die Geschwister als Teil eines Sozialprojektes von Frauen in Benin herstellen. Sie möchten erreichen, dass irgendwann ein komplettes Dirndl von Frauen aus Afrika gefertigt wird. Um das zu erreichen, muss Marie Darouiche vor Ort den Frauen aber noch mehr Anleitung geben. Immerhin muss das Dirndl ja auch die Kundschaft ansprechen und das nicht nur zum Oktoberfest in München. Obgleich die D’Urban oder Noh Nee Dirndl die Renner auf dem Oktoberfest waren, so eignen sie sich auch als Kleidung für den Alltag. Sie können ebenfalls gut als leichte Sommerkleider ohne ihre Schürze getragen werden.

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