Welche Krawatte für welchen Anlass?

In deutschen Führungsetagen sind Krawatten längst nicht mehr Pflicht und selbst Politiker erscheinen immer öfter “ungebunden” in der Öffentlichkeit. Dadurch kann die Krawatte, frei von allen Zwängen, ihr Comeback in all ihren Facetten feiern.

Nicht alles ist erlaubt

Brit-Rocker und Promisternchen tragen schmale Krawatten zu schlank geschnittenen Anzügen. Allerdings muss hierzu auch die Figur des Trägers passen. Ist der Träger korpulent, sollte er auf eine sehr schmale Krawatte verzichten. Männer mit Bauchansatz verzichten eher auf Slim-Krawatten, da jene nicht auf ihre Problemzone hinweisen wollen. Wer auf den modischen Binder nicht verzichten möchte, der kann mit eleganten Schalkrawatten eine Alternative für sich entdecken. Die auseinanderfallenden Enden wirken elegant und kaschieren.

Dezent gewinnt

Denkbar sind viele Krawatten, was auch die enorme Auswahl unterstreicht. Allerdings sollte Mickey Mouse & Co. im Comic-Heft bleiben. Je ulkiger der Schlips, desto langweiliger sind meist die Träger. Auf Nummer sicher geht man mit diagonalen Streifen, Karos oder Paisleys. Kleinere Muster wirken meist eleganter als grobe Muster. Wichtig ist insbesondere die Kombination mit dem getragenen Hemd. Man sollte strengstens auf die Farb- und Musterkombination Acht geben.

Kräftige Töne wie Weinrot, Braun und Dunkelblau sind die beliebtesten Töne bei der Krawattenauswahl. Sie sind unauffällig und können zu vielen Hemden in Kombination getragen werden. Gelbe Krawatten sollten eher gemieden werden, wenn man nicht zufällig der FDP oder dem Vorstand von Borussia Dortmund angehört. Noch entscheidender ist Wahl des Materials. Landeier tragen Wolle und Leinen, Städtler Leinen und Discogänger bevorzugen Leder.

Wer sollte sich für die Krawatte entscheiden?

Josef Ackermann wurde in der Öffentlichkeit noch nie ohne Krawatte gesichtet. Zum Banker gehört die Krawatte wie der Tennisschläger zu Boris Becker. Allgemein lässt sich sagen: Je dunkler der Anzug und die Krawatte, desto höher die Position des Trägers. Allerdings kommt in Führungsetagen und Politik immer öfters der “Smart Casual”-Look zum Vorschein. Ungebundenheit und Jugendlichkeit soll mit dem krawattenlosen Stil demonstriert werden. Krawattenträger sollten mindestens sieben Umbinder im Kleiderschrank haben. Das ein oder andere Modell für die Beerdigung oder Hochzeit sollte allerdings zum Tausch bereit liegen. Statistisch kauft der Mann alle zwei Jahre eine neue Krawatte. Die Preisspanne liegt etwa zwischen 29 und 130 Euro.

Alternativen zur Krawatte

Alternativen zur Krawatte gibt es viele. Jogi Löw etwa, machte den Seidenschal in der Öffentlichkeit bekannt und brachte das ursprünglich adelige Kleidungsstück sogar ins Fußballstadion. Sogar ungeübte Krawattenträger tun sich beim umbinden nicht schwer. Einfach umlegen und die Enden durch die Lasche ziehen. Modelabels zeigen auf dem Laufsteg doppelte Hemdkragen und geschwungene Zeirleisten, die die Knöpfe verdeckt.

Das Seidentuch stammt ursprünglich aus der Militärkleidung. Er diente als Kälte- und Staubschutz. Allerdings ist das Tuch nicht der einzige Modetrend, der von Soldaten abgekupfert wurde. Auch Parka, Trenchcoat und Cargohosen wurden vom Schlachtfeld kopiert. Daher sind Seidenschals nicht nur was für Weicheier, sondern etwas für echte Kerle.

Prominente Träger von Fliegen, wie etwa der Gesundheitsexperte Karl Lauterbach von der SPD oder den früheren Hobbythek-Moderator Jean Pütz, trugen eher weniger zum Erfolg des Umbinders bei. Aktuelle Ausführungen von angesagten Modelabels zeigen allerdings, wie edel und anmutend Fliegen wirken können.

One thought on “Welche Krawatte für welchen Anlass?

  1. Markus

    Vielen Dank für diesen tollen Krawatten Tipps Blogartikel!

    Ich kann dem nur zustimmen – schmale Krawatten sind aber generell eher in Führungsetagen schlecht angesehen, eben dadurch, dass britische Rockstars aka Peter Docherty etc. sie als Fashion Statement anziehen. Dadurch leidet dann eben der Ruf der schmalen Krawatten 😉

    Und “Je dunkler der Anzug und die Krawatte, desto höher die Position.” – besser kann man es nicht zusammenfassen 😉

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